Friederike Spengler

Pfarrerin Dr. Friederike Spengler wurde 1968 in Leipzig geboren und hat nach ihrem Schulabschluss zunächst als Kinderdiakonin und Psychiatrie-Pflegerin gearbeitet. 1989 schloss sie ein Theologie-Studium in Jena, Marburg und Erfurt an. Im Anschluss arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Systematische Theologie und Ethik“ an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, promoviert wurde sie in Heidelberg. Ihr Vikariat absolvierte sie in Sömmerda, dann war sie als Pfarrerin in Artern und Klettbach sowie als Schulpfarrerin im Kirchenkreis Weimar tätig. Seit 2011 arbeitet sie im Landeskirchenamt in Erfurt als Pfarrerin und Persönliche Referentin der Präsidentin. Sie engagiert sich außerdem als Dozentin, unter anderem an der Trauerakademie Erfurt sowie in der Trauerarbeit für Familien und in der Arbeit mit Kindern. Sie ist Stellvertretende Vorsitzende des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes. Friederike Spengler ist verheiratet und hat drei Kinder.

Im November 2018 wurde sie zur Regionalbischöfin Gera-Weimar gewählt und ist für die Leitung der Kirchenkreise Altenburger Land, Apolda-Buttstädt, Eisenberg, Gera, Greiz, Jena, Schleiz und Weimar verantwortlich.

https://www.ekmd.de/suche/?q=Friederike+Spengler

Meine Intention, für die Veranstaltung zur Verfügung zu stehen, hat mit meiner Überzeugung zu tun, dass das Zusammenleben einer Gesellschaft nichts Zufälliges ist, sondern einen bewussten Prozess benötigt, an dem möglichst viele Akteure beteiligt sind.
Dieser Prozess ist ein laufender, nie abgeschlossener, weil sich die Gesellschaft entwickelt und diese Entwicklung(en) immer Einfluss auf das Zusammenleben hat/haben.

Als „Kind der bürgerbewegten Zeit“ um 1989/90 bin ich zutiefst davon überzeugt, dass es hier ein großes gestalterisches Potential gibt, welches immer wieder angeregt werden muss, herausgefordert sein will.

Ich habe momentan das Gefühl, dass eine „Wagenburg-Mentalität“ entsteht, ein Rückzug ins Private, weil alles „Draußen“ als zu schnell verändert und sich weiter verändernd wahrgenommen wird.
Da ist der Schutz dessen, was man „sicher“ wähnt, eine ganz normale Reaktion und psychologisch gut nachvollziehbar.

Aber, dieser Rückzug hat Folgen: Er lässt uns in Abwehrhaltung gefrieren, macht aggressiv und egoistisch. Und macht anderen, teilweise zerstörerischen Tendenzen Platz, die eine Demokratie wach und aufmerksam zur Kenntnis nehmen und sich mit ihnen zusammen- und auseinandersetzen muss.

Auf meinem Schreibtisch steht eine Karte mit dem Spruch von Bruno Jasenski, der mir dazu sehr wichtig ist:
„Fürchte dich nicht vor deinen Feinden – im schlimmsten Fall können sie dich töten. Fürchte dich nicht vor deinen Freunden – im schlimmsten Fall können sie dich verraten. Fürchte dich vor den Gleichgültigen. Weder töten und verraten sie, aber nur mit ihrer stillschweigenden Zustimmung gibt es auf der Welt Mord und Verrat.“
Ich hoffe, dass ich als Theologin zum Thema einiges beitragen kann und zur Diskussion anrege.

Hier Ihr Interview bei Radio Lotte:
https://www.radiolotte.de/radio/online-convent-zum-thema-wuerde.-geld.-zusammenleben.-33277.html?fbclid=IwAR2VEd_Zw4MgaOecXjGZ6LofvBIMiwOh2zVeQihGOKGvYqfUGyTQyZ2O7Pk